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Futta4DaBuddha - meine persönliche Buddhismusgeschichte



1999 lernte ich in Istia D'Ombrone in der Toskana den Buddhismus Nichiren Daishonins kennen. Bei einem der vielen Hoffeste, bei dem wir wieder mal mit Illicit Poetry spielten und eben mit dem Aufbauen der Instrumente beschäftigt waren, hörte ich plötzlich einen seltsamen Singsang aus Racheles und Marcellos Schlafzimmer, der irgendwie ziemlich groovig war und eine mystische Anziehung auf mich ausübte. Später fragte ich dann Rachele, was das war und sie erzählte mir dann von NAM MYOHO RENGE KYO und dem Buddhismus Nichiren Daishonins. Ich wußte zwar nicht viel über Buddhismus hatte hie' und da etwas über Zen und den Dalai Lama gelesen, hätte es damals aber nie für möglich gehalten, welche grundlegenden Veränderungen dieser Buddhismus für mein Leben bedeutete.

Mittlerweile weiss ich, dass sehr viele Menschen anfangen zu praktizieren, weil sie einen Haufen Probleme haben, ich hatte gar keine - dachte ich zumindest. Dann ging meine Beziehung in die Brüche, weil ich mich saublöd verhalten habe... und ich wurde mit meiner "dunklen Seite" konfrontiert. Ich, der ich immer so schnell dabei war Menschen aufgrund ihrer Schwächen zu verurteilen, war plötzlich selber in einer Situation, die ich nie für möglich gehalten hätte: Ich ging fremd, betrog meine Partnerin, log was das Zeug hielt. Und das alles im ersten Jahr meiner buddhistischen Praxis. Eva warf mich raus (zu recht) und ich war nach zwanzig Jahren WG-Wohnen plötzlich allein auf Wohnungssuche und landete in Diedenbergen an der A66 zwischen Frankfurt und Wiesbaden in einem Ein-Zimmer-Appartement.

"Wie konnte das bloss passieren?", fragte ich mich damals. Es gibt einen schönen Vergleich im Buddhismus: Fängst Du an zu chanten, passiert in den ersten hundert Tagen auf jeden Fall etwas sehr, sehr bedeutendes in Deinem Leben. Es ist oft sehr positiv, kann aber auch, wie in meinem Fall, eine Lawine von Problemen ins Rollen bringen, so wie ein Wasserhahn, der ewig nicht mehr benutzt wurde und bei dem dann erst mal nur Dreckbrühe rauskommt, bevor das klare Wasser sprudelt.

Heute bin ich dankbar dafür, dass sich meine negative Seite so schnell gezeigt hat und ich sie dadurch grösstenteils überwinden konnte. Dann habe ich ja auch meine Frau, Julia, wiedergetroffen weil sie sich nach acht Jahren plötzlich für Buddhismus interessierte und jetzt haben wir zwei wunderbare Kinder, sind engagierte Buddhisten und sehr glücklich.

Das heisst nicht, dass wir keine Probleme mehr haben, aber wir haben unsere Einstellung dazu geändert. Die wichtigsten Aussagen in Kürze:

1. Probleme und Hindernisse sind die Triebkraft für unsere menschliche Weiterentwicklung.

2. Wir sind ausschliesslich und alleine, jede/r für sein/ihr Glück verantwortlich.

3. Ändern wir uns, ändert sich automatisch auch unsere Umgebung.

4. Trennung ist Illusion.

Die vierte Aussage versteht man wahrscheinlich nicht so ohne Weiteres, deshalb: wir tendieren dazu in unseren Beziuehungen immer dem Anderen die Verantwortung zuzuschieben und sagen: "Weil Du so bist und so handelst, benehme ich mich so und so und wenn Du Dich nicht änderst suche ich mir halt jemand anderen, der besser zu mir passt und so schlingern wir auf der Eisbahn der Beziehungen von einer Partnerschaft in die nächste, nur um festzustellen, dass wir nach der kurzen Phase der Verliebtheit doch schon wieder an jenem Punkt angekommen sind, der uns Ausschau nach dem/der Nächsten halten lässt. Und dann denken wir noch, das ist Freiheit und Unabhängigkeit, dabei sind wir total von unserem kleinen Ego abhängig und vom Handeln des jeweiligen Partners. Diesen negativen Kreislauf zu durchbrechen hat mich der Buddhismus gelehrt und dafür bin ich sehr, sehr dankbar.

Wer mehr über den Buddhismus Nichiren Daishonins erfahren möchte, kann hier nachschauen oder auch gerne zu unserer monatlichen Gäste- und Infoveranstaltung kommen.